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Elektroinstallation in Erfurt: Wann sich eine Modernisierung lohnt

Eine Elektroinstallation gehört modernisiert, wenn eines von drei Dingen zutrifft: Es fehlen die heute üblichen Schutzeinrichtungen, die vorhandene Verteilung reicht für den tatsächlichen Bedarf nicht mehr aus, oder es wird ohnehin gebaut und die Wände sind offen. Der erste Punkt ist eine Sicherheitsfrage, der zweite eine Komfortfrage, der dritte eine Kostenfrage. In Erfurt kommt hinzu, dass sehr unterschiedliche Baualter aufeinandertreffen — vom Fachwerkhaus bis zum Wohnblock aus späteren Jahrzehnten — und jede dieser Welten eigene Eigenheiten mitbringt.

Der Blick in den Verteiler sagt fast alles

Sie brauchen kein Messgerät für eine erste Einschätzung, sondern nur einen Blick in den Sicherungskasten und auf ein paar Steckdosen. Diese Punkte sind aussagekräftig:

  • Sitzen dort Schraubsicherungen aus Keramik? Dann ist die Verteilung alt.
  • Gibt es einen FI-Schutzschalter mit Prüftaste? Fehlt er ganz, ist das der deutlichste Hinweis auf Handlungsbedarf.
  • Wie viele Stromkreise versorgen das Haus? Wenn Küche, Bad und Wohnzimmer an derselben Sicherung hängen, stammt die Aufteilung aus einer Zeit mit deutlich weniger Geräten.
  • Haben die Steckdosen einen Schutzkontakt? Zweipolige Dosen ohne Schutzleiter gehören ersetzt.
  • Liegen im Haus noch textilummantelte Leitungen oder brüchige Isolierungen?

Wenn Sie hier mehrfach nicken, ist die Frage nicht mehr, ob modernisiert wird, sondern in welcher Reihenfolge.

Fachwerk: Vorsicht bei jedem Schlitz

In einem Fachwerkhaus ist die tragende Konstruktion sichtbar oder liegt knapp unter dem Putz — und sie ist aus Holz. Daraus folgt eine harte Regel: In tragende Hölzer wird nicht geschlitzt. Jeder Einschnitt schwächt einen Ständer oder Riegel, und die Statik eines Fachwerks lebt von der Unversehrtheit dieser Teile.

Elektriker, die regelmäßig in solchen Häusern arbeiten, lösen das anders: Leitungen werden in den Gefachen geführt, in Vorsatzschalen oder Fußleisten verlegt, oder es wird mit der Sanierung einer Wandebene kombiniert. Dazu kommt das Thema Brandschutz — Holz und alte Trockenschüttungen verzeihen weniger als Beton. Fragen Sie deshalb konkret nach Erfahrung mit Fachwerk und nach der geplanten Leitungsführung, bevor Sie beauftragen. Bei geschützten Gebäuden kommt außerdem eine Abstimmung zur Frage hinzu, was sichtbar sein darf.

Bestand aus Nachkriegs- und DDR-Zeit

In Wohnungen aus diesen Bauphasen finden Elektriker regelmäßig eine sparsam ausgelegte Installation: wenige Steckdosen pro Raum, knappe Stromkreise, teils Leitungen mit Aluminium als Leiter, wie sie in bestimmten Bauphasen üblich waren. Aluminium ist nicht per se gefährlich, verhält sich an Klemmstellen aber anders als Kupfer und braucht dafür geeignete Verbindungstechnik. Wer dort einfach eine moderne Klemme aufsetzt, schafft eine Schwachstelle.

Viele Gebäude dieser Jahrgänge sind zwischenzeitlich saniert worden — aber eben nicht alle und nicht überall gleich tief. Wichtig ist daher, den tatsächlichen Zustand feststellen zu lassen, statt vom Baujahr auf die Installation zu schließen.

Neue Verbraucher als eigentlicher Auslöser

Der häufigste Grund für den Anruf beim Elektriker ist heute kein Defekt, sondern ein Vorhaben: Wallbox, Wärmepumpe, Photovoltaik mit Speicher, Durchlauferhitzer, Klimagerät. Jedes davon setzt voraus, dass Hausanschluss und Zählerschrank mitspielen. Klären Sie deshalb vorab:

  • Wie ist der Hausanschluss abgesichert, und reicht das für die geplante Last?
  • Entspricht der Zählerplatz den technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreibers?
  • Ist Platz für zusätzliche Kreise, Überspannungsschutz und Messtechnik?
  • Muss das Vorhaben beim Netzbetreiber angemeldet oder genehmigt werden?

Diese Anmeldung übernimmt ein im Installateurverzeichnis eingetragener Fachbetrieb. Ohne ihn gibt es für größere Verbraucher keine ordnungsgemäße Inbetriebnahme — unabhängig davon, wie gut das Gerät ist.

Praktisch vorgehen: Reihenfolge nach Risiko

Wenn eine Komplettsanierung im bewohnten Haus nicht in Frage kommt, arbeiten Sie sich nach Priorität vor: zuerst Zählerschrank und Schutzeinrichtungen, dann Bad und Küche, dann Wohnräume, zuletzt Nebenräume und Außenbereich. Wo ohnehin Wände geöffnet werden, ziehen Sie die Elektrik vor — die Kombination mit anderen Gewerken ist fast immer günstiger als der zweite Anlauf.

Bestehen Sie am Ende auf zwei Dokumenten: einem Prüfprotokoll und einem Stromlaufplan beziehungsweise einer Dokumentation der Kreise. Spätestens beim nächsten Umbau, beim Verkauf oder beim ersten Bohrloch in der Wand ist das bares Geld wert.

Fazit

Der Anlass ist selten dramatisch — meist ist es ein neues Gerät oder ein anstehender Umbau. Prüfen Sie den Verteiler, lassen Sie den Bestand aufnehmen statt ihn aus dem Baujahr abzuleiten, und bündeln Sie die Arbeiten mit anderen Gewerken. Bei Erfurter Fachwerk ist die entscheidende Frage nicht der Preis, sondern ob der Betrieb weiß, wo er nicht schlitzen darf.

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